Sonntag, 29. Oktober 2017

REZENSION zu Sechs mal zwei

Buchinfos

Titel: Sechs mal zwei
Originaltitel: Hinterlands
Autor: Arne Dahl
Seitenzahl: 400
Erschienen: 01.09.2017
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-05811-7

Preis: 16,99 €

An dieser Stelle geht erst einmal ein ganz herzliches Dankeschön an den Piper Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Inhalt


Alles beginnt mit einem Brief, der in einem Zustand vollkommender Verzweiflung und Paranoia geschrieben wurde. Adressiert ist er an Desiré Rosenqvist von der Stockholmer Polizei, die prompt ihren ehemaligen Kollegen Sam Berger kontaktiert, da der Brief Details eines ihrer alten Mordfälle enthält, die nur der Mörder selbst oder eine ihm vertraute Person kennen kann. Sam bricht sogleich mit Molly Blom in den schwedischen Norden auf, um die Verfasserin des Briefes zu finden und mit ihr zu sprechen. Allerdings scheint sie jemand mit allen Mitteln davon abhalten zu wollen. Hinzu kommt ein weiteres Problem für Sam und Molly: Nach ihren Enthüllungen des letzten Falls werden sie vom schwedischen Geheimdienst verfolgt.

Erster Satz

"An Kommissarin Desiré Rosenkvist."

Eigene Meinung

Der Auftakt von Arne Dahls neuer Krimireihe mit den Protagonisten Sam Berger und Molly Blom war mit Abstand der beste Kriminalroman, den ich letztes Jahr gelesen habe, denn er brillierte mit einer fesselnden Handlung, die mit einigen unvorhersehbaren Wendungen aufwartete sowie starken Charakteren und nicht zuletzt einem Ende, das dazu animiert unmittelbar weiterlesen zu wollen. Deshalb habe ich die Fortsetzung "Sechs mal zwei" schon sehnsüchtig erwartet und dann war es vor einigen Wochen endlich soweit: Das Buch traf druckfrisch bei mir Zuhause ein, wo ich noch am selben Abend mit dem Lesen begonnen habe. Sogleich die ersten Seiten haben mich komplett in ihren Bann gezogen, denn darauf befindet sich der oben erwähnte Brief einer Jessica Johnson, die sich direkt an Desiré - kurz Deer - und Sam wendet, da sie einen Killer in ihrem Haus vermutet. Das fesselndste an dieser Szene: der Brief endet mitten im Satz abrupt und man wird ebenso wie die Ermittler im Dunkeln gelassen, was in den darauffolgenden Minuten passiert ist. Gemeiner- und irritierenderweise zugleich findet man sich darauf an einem vollkommen anderen Schauplatz wieder, wo ein Mann vor seinen Verfolgern über ein Schneefeld flüchtet und dabei einen fahrenden Bus aufhalten will, nur um kurz darauf wieder in seinem Bett in einer psychiatrischen Einrichtung zu erwachen. Seine Erinnerungen an die letzten Wochen scheinen komplett ausradiert zu sein und ich war entsetzt, was aus dem toughen Ermittler Sam Berger geworden ist. Allerdings hat sich schon bald herausgestellt, dass Sam Berger tatsächlich im Norden Schwedens gemeinsam mit Molly Blom untergetaucht ist, wo ihn der Hilferuf von Deer erreicht, die ihn bittet zu Jessica Johnson zu fahren. Begierig zu erfahren was es denn nun mit dem Brief der ersten Seiten auf sich hatte, habe ich die nächsten Passagen förmlich verschlungen. Arne Dahls geschicktes Spiel mit Sprache und Perspektive, mit Schein und Sein, begleitet den Lesern auf den kommenden Seiten, führt ihn oftmals vollkommen in die Irre, nur um den Sachverhalt danach genial aufzulösen. Abermals bestechen die stark ausgearbeiteten Charaktere, zu denen sich neben Molly Blom, Sam Berger und Desiré Rosenqvist, die dieses Mal eine größere Rolle einnimmt als in dem vorherigen Band, ein Psychopath gesellt, dessen Gedankengänge und Handlungen abstoßend brutal und entsetzlich sind. In Sachen Psychofaktor setzt Arne Dahl mit "Sechs mal zwei" somit noch einen drauf, weshalb das Buch eindeutig nicht für Menschen mit schwachen Nerven geeignet ist, sogleich aber auch die Erwartungen für die geplante Fortsetzung erhöht.

Bewertung
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